Manchmal ist es ganz schön schwierig, wenn der Papa oder die Mama Parkinson hat. Vielleicht ärgerst du dich darüber oder bist traurig oder machst dir ganz einfach viele Gedanken.

Hier sind ein paar Gedanken, die andere Kinder sich gemacht haben. Und eine Antwort haben wir auch dafür!

  • 1. Warum ist mein Papa überhaupt krank geworden? Ist es vielleicht meine Schuld?

    Nein natürlich nicht. Keiner ist verantwortlich für die Erkrankung deines Papas.

  • 2. Manchmal guckt mein Papa so traurig. Wie kann ich ihn dann trösten?

    Du könntest ihn fragen, ob er wirklich traurig ist. Und dann wäre es vielleicht toll, wenn du ihn fragst, ob ihr zusammen etwas spielen wollt oder so. Oder du sagst deiner Mama, dass du dir Sorgen machst und Papa gerne trösten willst. Sie könnte dir dann einen Tipp geben.

  • 3. Die Leute gucken meinem Papa oft hinterher. Warum machen die das?

    Naja, manchmal geht dein Papa vielleicht anders als andere und dann fällt das eben auf. Wenn die Leute lange genug geguckt haben, schauen sie auch wieder weg. Am besten du kümmerst dich nicht darum. So sind Menschen eben. Oft ist es aber auch eine ganz normale Neugier, die immer dann entsteht, wenn etwas Ungewöhnliches passiert (sich z. B. jemand auffällig bewegt). Es ist von den anderen Menschen dann überhaupt nicht böse gemeint.

  • 4. Manchmal schäme ich mich dann auch. Ist das blöd von mir? Was kann ich dann sagen?

    Das ist überhaupt nicht blöd. Du willst ja gerne zu anderen dazugehören. Und wenn in der Familie etwas anders ist als bei anderen, ist das vielen Kindern erstmal peinlich. Vielleicht hilft es dir, wenn du weißt, dass eigentlich alle Kinder sich mal schämen für ihre Eltern, weil sie etwas machen, was die Freunde komisch finden könnten. Wenn Freunde von dir allerdings respektlos über deinen Papa reden, ist das unfair und dumm und das kannst du dann auch sagen. Und dann kannst du auch sagen, dass dein Papa sehr krank ist und sich nicht mehr richtig bewegen kann.

  • 5. In der Schule reden die anderen manchmal dummes Zeug über meinen Papa. Ich will, dass die das nicht mehr machen, weiß aber nicht, was ich denen sagen soll.

    Ja das ist gemein und unfair und hat manchmal etwas mit der Unwissenheit der Kinder zu tun. Hol dir doch am besten Hilfe von einem Lehrer oder einer Lehrerin, zu dem oder zu der du Vertrauen hast. Da könntet ihr zusammen besprechen, wie du damit umgehen kannst.

    Du kannst auch sagen, dass du das ganz gemein findest, über jemanden, der krank ist, auch noch Witze zu machen oder schlecht zu reden.

  • 6. Was kann ich sagen, wenn die Leute Witze über Parkinson machen?

    Vielleicht bist du offen und sagst, dass du das nicht möchtest und dass es dich verletzt, weil dein Papa unter einer schweren Krankheit leidet, die man Parkinson nennt und dass das eine ganz traurige Sache ist. Faire, mitfühlende Menschen hören dann sicher auf, Witze über die Erkrankung zu machen.

  • 7. Ich ärger mich ganz schön oft, weil mein Papa mit mir nicht mehr so viel unternimmt. Was kann ich dagegen machen?

    Ja, das ist richtig blöd für dich, das geht wahrscheinlich nicht mehr so oft, weil dein Vater mehr Ruhe braucht oder er sich nicht mehr so gerne draußen zeigt. Aber ganz sicher würde dein Papa sehr gern mehr mit dir zusammen machen. Er kann es aber wegen der Krankheit nicht und ist darüber bestimmt selbst sehr traurig. Sprich auf alle Fälle mit ihm darüber und sag ihm auch, dass dir die gemeinsamen Unternehmungen fehlen. Vielleicht kann erstmal jemand anderes aus der Familie mit dir Ausflüge machen oder ihr verändert eure bisherigen gemeinsamen Aktivitäten. Dann könntet ihr Sachen zusammen machen, die für deinen Papa okay sind.

  • 8. Meine Mama hat sich auch irgendwie verändert. Was ist bloß mit ihr los?

    Ja das kann gut sein. Vielleicht macht sie sich große Sorgen oder sie weiß auch nicht, wie sie deinen Vater trösten soll. Auch muss sich deine Mama wahrscheinlich mehr um deinen Papa kümmern und ist deshalb sicher auch immer mal wieder sehr angestrengt. Frag deine Mutter, was mit ihr los ist und vertraue darauf, dass dein Gefühl richtig ist. In schwierigen Zeiten ist es ganz wichtig, dass alle zusammen halten und vor allem auch miteinander reden. Dann ist es auch in Ordnung, wenn deine Mama vielleicht sagt, dass sie gerade auch nicht weiß, wie das jetzt alles so wird. Es wird bestimmt besser, wenn alle in der Familie genauer wissen, wie es weiter geht und ihr eure Erfahrungen mit der Erkrankung macht.

  • 9. Meine Eltern streiten sich in letzter Zeit so oft. Manchmal denk ich, es ist doch wegen mir …

    Nein, bestimmt nicht. Manchmal streiten sich Eltern natürlich darüber, wie sie mit dem Kind umgehen wollen. Z. B. ob das Kind schon ein Handy haben darf oder zu viel fernsieht. Und dann ist es wichtig, dass die Eltern das auch besprechen und das zeigt, dass du ihnen wichtig bist.

    Oft streiten sich deine Eltern aber auch einfach deshalb, weil sie wegen der Krankheit so unglücklich sind. Dein Papa würde gern so selbstständig sein wie früher und die Mama muss ja auch auf vieles verzichten. Und dann können Menschen mit dieser Krankheit ihre Gefühle oft nicht mehr so gut aussprechen. Außerdem sind bei dieser Krankheit oft die Muskeln im Gesicht nicht mehr so beweglich und dann erkennt man nicht mehr so gut, was jemand tatsächlich meint. Das alles kann zu Streit führen.

    Ich finde es gut, wenn du deinen Eltern sagst, dass dir die Streiterei auf den Zeiger geht und auch, dass du das Gefühl hast, dass sie sich deinetwegen streiten und dann bekommst du vielleicht eine Erklärung. Oder du fragst mal Freunde oder Verwandte, wie die die Lage einschätzen. Vertraue dich bitte jemandem an!

  • 10. Was kann ich denn tun, um meinem Papa zu helfen?

    Also du kannst ja erstmal fragen, ob du etwas tun kannst. Und dann ist es für deinen Papa bestimmt gut, wenn du weiter Freunde besuchst und Spaß hast. Und dass du weiter in der Schule gut mitmachst und dir Hilfe holst, wenn es dir nicht gut geht.

    Und dann zeig deinem Papa einfach immer wieder, dass du ihn sehr lieb hast. Das ist ganz wichtig für ihn und darüber wird er sich sehr freuen – auch wenn man es von außen her vielleicht nicht immer sieht. Frag ihn immer mal wieder, ob ihr etwas zusammen machen könnt, ob du ihm etwas erzählen kannst, zum Beispiel aus der Schule, über ein lustiges Erlebnis oder so etwas in der Art. Das wird ihn bestimmt glücklich machen und hilft ihm mehr, als du vielleicht jetzt denkst …