Wie wird Parkinson behandelt?

Glücklicherweise lässt sich die Parkinson-Erkrankung gut behandeln!

Dabei werden nicht nur Medikamente eingesetzt, sondern auch andere unterstützende Behandlungen. Was das alles genau ist, liest du hier …

Medikamente

Es gibt zahlreiche wirksame Medikamente, mit denen die Parkinson-Symptome über viele Jahre sehr gut behandelt werden können.

Im Prinzip funktionieren alle Medikamente ähnlich: sie sollen das bei Parkinson bestehende Ungleichgewicht der Botenstoffe ausgleichen.

Das kann auf zwei Wegen geschehen: Entweder beseitigen die Medikamente den Mangel am Botenstoff Dopamin oder sie blockieren die überschüssigen anderen Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat.

Meistens müssen Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, eine Kombination verschiedener Medikamente nehmen.

Da Parkinson eine fortschreitende Erkrankung ist, wird diese Kombination im Lauf der Jahre in ihrer Zusammenstellung und Dosierung verändert.

Operationen

Sollten die Medikamente irgendwann einmal nicht mehr gut genug wirken, gibt es für einige Patienten auch die Möglichkeit einer Operation.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Was ein Herzschrittmacher ist, weißt du vermutlich … Nun, bei dieser Operation geht es darum, eine Art Hirnschrittmacher einzusetzen.

Dazu werden hauchdünne Elektroden in bestimmte Hirnregionen eingeführt und über dünne Kabel mit einem elektronisch programmierbaren Stimulator (Schrittmacher) verbunden.

Kabel und Stimulator werden im Brust- oder Bauchbereich unter der Haut eingesetzt und geben vorher programmierte elektrische Impulse an die Elektroden ab. 

Medikamentenpumpe

Bei einigen Parkinson-Patienten kommt es nach vielen Jahren der Tabletteneinnahme zu sogenannten Wirkungsschwankungen, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind. D. h. im Prinzip, die Wirkung der Tabletten lässt zu schnell nach, es müssen neue genommen werden, die wieder nicht lange genug wirken usw. Mit einer Medikamentenpumpe ist es möglich, die Medikamente in flüssiger Form durchgehend zu geben, so dass es keine Wirkungsschwankungen mehr gibt.

Dazu wird ein dünner Schlauch über die Bauchdecke in den Dünndarm geführt. Dieser Schlauch ist mit einer Medikamentenpumpe verbunden, die in einer speziellen Tasche oder auch besonders genähten Kleidungsstücken dicht am Körper getragen werden kann.

Physiotherapie

„Physiotherapie“ klingt nicht nur besser, sondern bietet auch mehr Methoden als die reine Krankengymnastik. Sie ist eine wichtige Säule in der Parkinson-Behandlung. 

In der Physiotherapie wird versucht, bestimmte Fähigkeiten, die durch die Erkrankung eingeschränkt oder verloren sind, wieder zu reaktivieren.

Folgende Methoden werden besonders häufig eingesetzt

  • Gleichgewichtstraining
  • Gehtraining
  • Krafttraining
  • LSVT-Big®-Methode (großräumige Bewegungen mit hohem Krafteinsatz üben)
  • Atemübungen
  • Wassergymnastik

Logopädie

Logopädie steht für Sprechtherapie

Neben Sprechstörungen behandeln Logopäden aber auch Schluckstörungen.

Die Logopädie ist wichtig für Menschen mit Parkinson, weil viele im Laufe der Erkrankung Probleme mit dem lauten, deutlichen Sprechen und mit dem Schlucken bekommen.

In der Sprechtherapie werden vor allem zwei Methoden eingesetzt

  • das LSVT-LOUD®-Training, das vor allem versucht, eine Verbesserung der Sprachverständlichkeit über eine Erhöhung der Lautstärke zu erreichen
  • das klassische Stimm- und Sprechtraining

Beim Schlucktraining lernt der Patient, wie er seine Mund- und Gesichtsmuskulatur trainieren und wie er bestimmte Schlucktechniken einsetzen kann.

Ergotherapie

Die Ergotherapie passt sich immer den aktuellen Bedürfnissen des Parkinson-Erkrankten an.

Hat er Schwierigkeiten mit der Feinmotorik seiner Finger, wird z. B. das An- und Auskleiden, Auf- und Zuknöpfen der Kleidungsstücke oder das Schreiben trainiert.

Beeinträchtigt die Muskelsteifheit bestimmte Bewegungsabläufe, werden auch diese geübt.

Auch der Umgang mit Hilfsmitteln (z. B. Schneidehilfen, Sockenanzieher) oder eine mögliche Umgestaltung der Wohnung werden durchgesprochen.

Weitere Angebote sind

  • Gedächtnisübungen
  • Training der Mimik
  • Entspannungsverfahren

Sport und Bewegung

Wie bleibe ich trotz Krankheit fit und beweglich?

Das ist eines der wichtigsten Themen für Menschen mit Parkinson.

Tatsächlich wirkt sich Sport sehr positiv auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus.

Je früher man seine Fähigkeiten trainiert, desto besser können Defizite, die später durch die Erkrankung auftreten, ausgeglichen werden.